Teil 1 – Hintergründe, Voraussetzungen, Methoden
Vergleiche haben eine sehr lange Tradition. Sei es im Sport, im Privaten oder im Beruf. Überall wird gemessen und verglichen. Es ist ein wesentlicher Motor für unsere Erfolge. Aber allein vom Vergleichen stellen sich keine Erfolge ein. Es müssen auch die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und umgesetzt werden. Aber fangen wir von vorn an.
Um einen Nutzen aus Vergleichen zu ziehen, bedarf es einiger grundlegender Voraussetzungen.
Ganz am Anfang stehen der Wille zur Veränderung und der Mut zum Vergleich. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann man sich den Aufwand des Vergleiches sparen. Fehlender Mut zum Vergleich kann auch eine Hürde sein, wenn man vermutet, dass man im Vergleich nicht sonderlich gut abschneidet. Durch einen anonymen Vergleich kann man hier sicher einige Hindernisse aus dem Weg räumen. Grundsätzlich sollte ein Vergleich konstruktiv und mit dem Blick nach vorn gerichtet eingesetzt werden. Sehr oft sind Entscheidungen, die zu einer ungünstigeren Situation geführt haben auch sehr sorgsam getroffen worden. Man darf also keine Scheu davor haben, getroffene Entscheidungen anzupassen.

Ein Vergleich macht nur Sinn, wenn es Vergleichssituationen gibt und eine Vergleichbarkeit hergestellt werden kann. Selbstverständlich muss man sich zum gleichen Thema vergleichen, aber halt auch das gleiche Verständnis für die zu erhebenden Daten bei allen Vergleichspartnern schaffen.
Dabei gilt es immer Sondersituationen zu erfassen und zu kommentieren. Wenn dadurch ein Vergleich schwieriger wird, müssen dies alle Partner auch wissen und beurteilen können.
Hierfür bedarf es einer zentralen Institution, die alle Informationen zusammenführt, Entscheidungen trifft und kommuniziert und letztlich die Qualität des Vergleiches sicherstellt, auf dessen Ergebnisse nicht selten unternehmerische Entscheidungen getroffen werden.

Ein Vergleich kann offen oder anonym durchgeführt werden, bei dem offenen Vergleich sind die Vergleichsteilnehmer bekannt. Das ist möglich, wenn es im Grunde keine massive Wettbewerbssituation der Teilnehmer untereinander gibt. Der Vorteil eines offenen Vergleiches liegt vor allem darin, dass man gezielt den Besten der Gruppe ansprechen und versuchen kann, dessen durchgeführte Optimierung auf die Verwendbarkeit im eigenen Unternehmen zu prüfen. Im anonymen Vergleich erhält man einen Minimum – Schnitt – Maximum Vergleich der gesamten Teilnehmer und kann sich auch hier sehr gut einordnen.
Benchmarking ist keine einmalige Angelegenheit. Genau wie im Sport gilt es die Leistungen zu verbessern um dann wieder im Wettbewerb gemessen zu werden. Und auch ganz wichtig, nur wer Ziele hat, kann sie auch erreichen.

Sollten Sie sich für das Thema Benchmarking an sich oder für eines der o.g. Vergleichsgebiete interessieren, dann sprechen Sie uns hier an.
Anfang Dezember setzen wir unsere Artikelserie fort und berichten über den Nutzen im Vergleichsgebiet “Bargeldlogistik”.
Teil 2 – Nutzen eines Benchmarkings im Thema “Bargeldlogistik”
Die Bargeldlogistik wird in den Kreditinstituten derzeit noch sehr unterschiedlich organisiert. Dies drückt sich in den unterschiedlichen Prozessabläufen und in den Kosten für die Bargeldlogistik aus.
Dabei schwanken die Kosten für die Bargeldlogistik um über 150% zwischen dem kostengünstigsten Vergleichsteilnehmer und denjenigen mit den höchsten Kosten. Die erwähnte Unterschiedlichkeit in diesem Analysebereich wird auch über diese große Kosten-Spannbreite deutlich.
Um Kostendifferenzen beurteilen und Optimierungsansätze erkennen zu können, bedarf es der Untersuchung der Geschäfts- und Organisationsstruktur sowie die Berücksichtigung der Ausstattung und Nutzung der Cashpoints.

Neben den Kosten für Wert- und andere Dienstleister werden die Sachkosten und Personalaufwände aufgenommen. Mit Hilfe der Opportunitätskosten kann ermittelt werden, ob es wirtschaftlicher ist, mehr Kapital in den Cashpoints zu binden oder mit geringerer Befüllmenge und damit verbundenen höheren Transport- und Logistikkosten zu kalkulieren.
Mit den ermittelten Werten in den Analysesegmenten können aus unterschiedlichen Perspektiven Kennzahlen gebildet werden. Die Perspektiven sollten sich dabei an der Methode der Balanced Scorecard (Kunden-, Prozess-, Finanz- und Potenzialperspektive) orientieren.
Für die Interpretation der Leistungsfähigkeit der Bargeldlogistik ist es wichtig, die o. g. unterschiedlichen Kennzahlen in Relation zu sehen und nicht auf einzelne, für sich losgelöste Kennwerte zu reagieren.

Aus der Interpretation der Kennzahlen und dem Vergleich mit anderen Kreditinstituten können dann konkrete Zielstellungen (Zielkennzahlen) für die weitere Entwicklung der Bargeldlogistik entwickelt werden.
Ableitend aus den definierten Zielen kann die Operationalisierung in Form konkreter kurz-/mittel- und langfristiger Maßnahmen erfolgen. Für die Feststellung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen bietet sich eine Wiederholung des Kennzahlenvergleichs in entsprechenden Abständen an. Über die damit gewonnenen Zeitreihen können Trends und Entwicklungen aus den Kennzahlen abgelesen werden.
Selbstverständlich kann dieses Verfahren auch für ein internes Benchmarking zwischen den Filialen verwendet werden.

P3N bietet entsprechende Dienstleistungen in diesem Segment an, gern vertiefen wir die Kennzahlenanalyse auch auf ein internes Benchmarking der Filialen.
Sprechen Sie uns einfach an – wir erläutern Ihnen gern Details!